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Franz Anton Goldkuhle und das Kronprinzendenkmal in Avenwedde

Februar 8th, 2009 · 2 Kommentare

Wie der Heimatverein Avenwedde-Friedrichsdorf und der Heimatverein Isselhorst kürzlich in der heimischen Presse mitteilten, ist der Sockel des ehemaligen Kronprinzendenkmals am Avenwedder Bahnhof wiedergefunden worden.

 Bildquelle: Das Kronprinzendenkmal zu Avenwedde, Schrift des Landkreises Wiedenbrück

kronprinzendenkmal

Der Sockel hat verborgen unter Grün und anderem Bewuchs seit Jahren auf einem privaten Grundstück vor sich hin existiert. Aber niemand nahm sein fehlen oder überhaupt von seiner Existenz Notiz.

Das haben die Eisenbahn- und Heimatfreunde vor Ort jetzt geändert. Der Sockel, der aus schlesischem Granit besteht, gehörte zu einer Erinnerungsanlage, die auf ein dramatisches Kapitel der damals noch jungen Eisenbahngeschichte hinweist.

1851 am 21. Januar entgleiste ein aus Bielefeld kommender Personenzug am Übergang Isselhorst-Friedrichsdorf, in der Kiebitzheide, auch Röhrheide genannt. Dort, auf der Nordseite des Bahndamms stürzte die ins schleudern gekommene Lokomotive samt Tender und vier Wagons die Böschung hinab. Drei Menschen kamen zu Tode. Der ebenfalls in dem Zug sitzende damalige Kronprinz Friedrich Wilhelm (1831-1888), der spätere 99-Tage-Kaiser Friedrich III., überlebte leicht verletzt das Unglück.

Um an diese für damalige Verhältnis große Tragödie zu erinnern und der Rettung des Kronprinzen zu danken, wurde 1866 von der Gemeinde ein Denkmal bei Franz Anton Goldkuhle in Auftrag gegeben. Das Denkmal war bekrönt von einem bronzenen Preussenadler, der 1914 für Kriegszwecke demontiert und eingeschmolzen wurde. Der Sockel aus grünem schlesischen Granit war viereckig mit Basis und Kapitell, das einer spitz zulaufenden umgekehrt dorischen Form entspricht.

Dieser Sockel ist nun wiedergefunden worden. Um dem Sockel wieder eine sinnvolle Verwendung zu geben, haben die beiden Heimatvereine   Avenwedde-Friedrichsdorf und Isselhorst am 10.02.09 um 19.30 Uhr die interessierte Öffentlichkeit in den Bahnhof Isselhorst-Avenwedde eingeladen, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

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Tags: Wiedenbrücker Schule

2 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Kulturdenkmäler in Ostwestfalen | Heimatverein Wiedenbrück-Reckenberg e.V. // Mrz 25, 2009 at 18:36

    [...] im öffentlichen Raum aus dieser Zeit sind aber oft ebenfalls in Vergessenheit geraten. Die Heimatvereine Isselhorst-Avenwedde und Friedrichsdorf machen sich gerade daran das von Franz Anton Goldkuhle geschaffene Denkmal, das an den [...]

  • 2 Berenwenger // Dez 4, 2009 at 14:05

    Sehr geehrter Herr Goldkuhle,
    im Rahmen meiner Familienforschung bin ich auf Ihren Beitrag zum Thema Denkmal gestoßen. In den Biographie meines Großvaters ist vermerkt, daß mein Urgroßvater Wilhelm Bärenfänger den Entwurf für das Denkmal gefertigt hätte. Haben Sie etwas darüber gefunden ?
    Gruß
    Dr. Berenwenger

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