Über 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnte Manfred Schumacher im Wiedenbrücker Schule Museum am Dienstag, den 16.03.2010 im Sonderausstellungsraum anlässlich der vorösterlichen Präsentation eines Kreuzweges von Heinrich Repke (1877 – 1962), der als Leihgabe der Kirchengemeinde St. Josef aus Bad Waldliesborn in den Beständen des Heimatvereins ist, begrüßen.
Bruder Peter vom Franziskanerkloster erläuterte mit einigen Lichtbildern die heutige Gestalt der Kreuztracht in Wiedenbrück. Bei seiner Bildauswahl hatte er die bis 2006 in Wiedenbrück weilende Besetzung des Klosters genauso mit dabei, wie die zur Zeit aktuelle, so dass sich viele Besucher an die verschiedenen Brüder lebhaft erinnerten.
Bildquelle: HV:v.l.n.r. Bruder Peter, Manfred Schumacher, Christiane Hoffmann, Pfarrdechant Hüls
Bruder Peter wies auf die lange Tradition seines Ordens hin, der mit der Pflege und Entwicklung des Kreuzweges, der Via Dolorosa in Jerusalem und der Grabeskirche begann. Die Franziskaner machten diesen Brauch zu Karfreitag in Europa bekannt und populär. Seit ungefähr 1600 wird der Kreuzweg mit 14 Stationen begangen. Einer der Hauptvertreter und Förderer dieses Brauches, der Franziskaner Leonhard von Porto Maurizio (1676-1751) weihte über 500 Kreuzwege, davon hauptsächlich Kreuzwege in Franziskanerkirchen ein.
Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurden 14-Teilige Kreuzwege Bestandteil der Kirchenausstattung. Anders als die Dominikaner, die das Rosenkranzbeten populär machten, machten die Franziskaner den Kreuzweg bekannt.
Die Kunsthistorikerin Christiane Hoffmann, nahm die Gedanken Bruder Peters auf und führte anhand einer Besprechung der ikonografischen und kompositorischen Anlage der einzelnen Kreuzwegstationen in die Gedanken – und Lebenswelt Heinrich Repkes ein. Die anatomische Korrektheit, der Realismus in den Pysiognomien der Dargestellten, die z.T. Köpfe Wiedenbrücker Bürger wiederspiegeln, die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse, die Blickführungen und die Bedeutung der Figuren je nach Station wurden vorgestellt. Ein Bild, der Öl auf Leinwand auf Holz aufgezogenen Bilderreihe, die alle im Format 100 x 70 cm gearbeitet sind, ist bisher restauriert worden. Die deutlichen Unterschiede in der Brillianz der Farben zeigen, dass sich hier der Einsatz lohnt. Spender die die Restaurierung einzelner oder mehrerer Bilder des Kreuzweges unterstützen möchten, können sich an den Vorsitzenden Manfred Schumacher wenden.
Viele Gäste nahmen im Anschluß an die offizielle Eröffnung noch die Gelegenheit wahr, das Museum zu besichtigen. Der Kreuzweg kann zu den üblichen Öffnungszeiten noch bis Ostersonntag, den 4.4.2010 angeschaut werden.






2 Antworten bis jetzt ↓
1 Wiedenbrücker Kreuztracht in der Wochenzeitung die Zeit | Die Ostwestfalen // Mrz 26, 2010 at 22:56
[...] 1663 wird in Wiedenbrück die Kreuztracht abgehalten. Ein Prozession, die eingebettet in die Karfreitagslithurgie, durch den historischen [...]
2 Pete // Mrz 26, 2010 at 23:12
Schade, dass ich nicht rechtzeitig vor Ort sein konnte. Ich bin von Ölgemälden sehr begeistert, denn mit besonderen Wischtechniken kann man noch emotionaler und direkter arbeiten, was sich am Ende auf das Gesamte auswirkt. Ich würde mir wünschen, dass wir in Wiedenbrück noch mehr Ausstellungen zu sehen bekommen.
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