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Wiedenbrücker Schule

Die Wiedenbrücker Schule gehört stilgeschichtlich dem Historismus an. Diese Kunstrichtung entwickelte sich im 19. Jahrhundert. Seine Entstehung wurde gefördert von der Suche der damaligen Architekten und geistesgeschichtlichen Vordenker nach dem „richtigen“ und später dem „deutschen“ Baustil. Die Entwicklung zum deutschen Nationalstaat und die Fertigstellung des Kölner Domes waren die Triebfedern dieser Entwicklung.
Der damalige Zeitgeist verlangte nach einem umfassenden Gestaltungskonzept für jedes Gebäude. Das Gesamtkunstwerk aus Architektur, Innengestaltung, Nutzung und Anlage war das Ideal der Zeit. Viele neue Kirchenbauten entstanden die als Gesamtkunstwerk entworfen waren. Man rückbesann sich auf Architekturformen der vergangenen Zeiten als Maßstab und Formenrepertoire aus dem man sich frei bedienen konnte. So entstanden neu romanische, neu gotische und neu barocke Firmen-, Kirchen- oder Hausarchitekturen. Im Kirchenbau herrschte eine Vorliebe für neu gotische Formen vor.
Architekten suchten nach fähigen und kunsthandwerklich versierten Werkstätten, die diesem Ansatz gerecht wurden und Qualität liefern konnten. Da die Wiedenbrücker Firmen es verstanden, diesen Markt zu bedienen, prosperierten die Werkstätten der Wiedenbrücker Schule. Neben den bestehenden Betrieben konnten sich auch noch einige Handwerker mit eigenen Firmen selbständig machen. Da die Aufträge für diese Gesamtkunstwerke sehr viele Kenntnisse in den unterschiedlichsten Gewerken erforderte, wurde relativ schnell eine starke Arbeitsteilung unter den Firmen etabliert. Wer Hauptauftragnehmer oder Subunternehmer war, wechselte immer wieder.

Hier finden Sie eine tabellarische Übersicht über die Künstler der Wiedenbrücker Schule, nach Gewerken geordnet, die zur Wiedenbrücker Schule gerechnet werden