Das Verfahren des Steingusses erlebte im 20. Jahrhundert als Verfahren zur Herstellung von Kopien gefährdeter Plastiken eine wahre Renaissance. Ansich ist das Verfahren, das eine bildhauerische Gusstechnik beschreibt schon lange bekannt. Schon das Mittelalter kannte den Steinguss. Vollrunde Figuren wurden z.T. aus Marmormehl und Kalk hergestellt.
Der moderne Steinguss der in der Wiedenbrücker Schule oder bei Restauratoren heute benutzt wird, setzt als Bindemittel Zement ein. Daher wird er auch als Betonguss, Zementguss oder Kunststein bezeichnet. Seit 1835 ist der Zement wieder verfügbar, so dass seit diesem Zeitpunkt der Steinguss häufig im Historismus eingesetzt wurde.
Steinguss bedeutet zunächst, dass Zuschlagsstoffe mit Bindemittel und Wasser vermischt in eine Hohlform gefüllt werden und so nach dem Entformen eine plastische Arbeit aus künstlichem Stein entsteht.

Bildquelle: Kloster Dalheim, Steingussformen
Eine der wichtigsten Sammlungen von Steingüssen entstand im LWL Museum für Klosterkultur in Dalheim. Dort wurden seit 1979 Steingüsse von gefährdeten Skulpturen und Plastiken im Aussenbereich von Kirchen und Klöstern gesammelt, um bei Zeiten einmal eine Vorlage für die Restaurierung zu haben und zum anderen, weil die Originale bereits in die Kirchen versetzt und durch Steingusskopien im Aussenbereich ersetzt wurden.
Seit gut acht Jahren konnte man die Steingusssammlung in Dalheim nicht mehr besuchen. Durch die aktuelle Sonderausstellung „In alter Frische – Reproduktionen klösterlicher Kunst“ können jetzt die Bestände wieder besichtig werden. Auch das angewendete Steingussverfahren mit den notwendigen Formen ist dort zu sehen.

Bildquelle: Kloster Dalheim, Ausstellung In alter Frische – Steingussformen
Im aktuellen Verwendungszusammenhang, wird auf das Original zuerst ein Trennmittel aufgetragen, damit die spätere Form abgenommen werden kann. Dann kommt eine dünne Silikonschicht auf das Original, das in alle Rizzen dringt, darauf kommt eine dickere Schicht Silkon die zur Stabilisierung der ersten Schicht dient. Wenn das Original in der Werkstatt ist, wird mit dem Formgips begonnen. Wenn es sich um Bauteile die nicht entfernt werden können, kommt eine weitere schnelltrocknende Silikon oder Kautschukmasse auf das Werkstück und dann der Gips der die ganze Form umschliesst.
In der Werkstatt wird dann die so gewonnene Gipsform (oft noch durch Eisenzusätze stabilisiert) abgenommen und man kann mit der Steingussmasse die Kopie anfertigen.







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