Unter dem Jahresthema „Rheda unter dem Hakenkreuz“ präsentiert der Heimatvereins Rheda seine Forschungen bei seinem diesjährigen Geschichtsfest.
Seit seinem 75-jährigen Jubiläum vor drei Jahren befasst sich der Heimatverein Rheda in seinem Jahresprogramm stets mit einem bestimmten Jahresthema. In diesem Jahr wagt man sich an Rheda in der Zeit des Nationalsozialismus und des „Dritten Reichs“ heran, ein nicht immer einfaches Thema, das aber auch die Kindheit und Jugendzeit zahlreicher heute noch lebender Rhedaer behandelt. Dementsprechend sind die 1930er und 40er Jahre mit vielerlei Erinnerungen verbunden, neben negativen Auswirkungen des Führerstaats auf örtlicher Ebene stehen gleichberechtigt auch positive Kindheits- und Jugenderinnerungen. Der Heimatverein Rheda und sein historischer Arbeitskreis wollen in diesem Jahr die Gelegenheit nutzen, die Zeit als Rheda „unter dem Hakenkreuz“ stand, sowohl nach historischem Archivmaterial als auch mit Hilfe von Zeitzeugen zu erforschen.
Das Geschichtsfest findet vom 18.06 bis zum 20.6.2010 statt. Hier die Terminübersicht über die geplanten Veranstaltungen:
Freitag, 18.06.2010:
19.00 Uhr Vortrag „Feste im Nationalsozialismus. Das Beispiel Westfalen“
Referent: Prof. Dr. Werner Freitag
Ort: Domhof Rheda, Am Domhof 1
Sonntag, 20.06.2010:
14.00-15.30 Uhr Stadtrundgang „Orte des Nationalsozialismus in Rheda“
Referent: Jürgen Kindler
Beginn: Parkplatz Seniorenheim St. Elisabeth, Ringstraße/Ecke Auf der Howe
15.30-ca. 18.30 Uhr Kaffeetafel im Domhof, anschließend Grillen
Ort: Domhof Rheda, Am Domhof 1
–
Einen ersten Einblick in die Ergebnisse ist am kommenden Wochenende im Rahmen des Geschichtsfestes möglich. Dieses beginnt am Freitag, den 18. Juni mit einem Vortrag um 19.00 Uhr im Domhof. Am Sonntag, den 20. Juni findet um 14.00 Uhr ein historischer Stadtrundgang statt, anschließend ist ab 15.30 Uhr im Domhof die Kaffeetafel gedeckt, später wird auch gegrillt. Zu den Veranstaltungen lädt der Heimatverein Rheda neben seinen Mitgliedern auch alle anderen Interessierten ein. Der Eintritt ist jeweils frei.
Den historischen Vortrag am Freitagabend zum Thema „Feste im Nationalsozialismus. Das Beispiel Westfalen“ hält Prof. Dr. Werner Freitag. Der gebürtige Rhedaer ist nach Stationen in Bielefeld und Halle an der Saale Professor für Westfälische Landesgeschichte an der Westfälische Wilhelms-Universität Münster.
Feste und Nationalsozialismus – nur auf dem ersten Blick ein Widerspruch. Zwar wissen wir, dass die braunen Machthaber ihre Herrschaft mit dem Mittel der Propaganda zu inszenieren und zu reglementieren wussten. Demzufolge hätten Feste als Akte der Freude und des Ausbruchs aus dem Alltag eigentlich nicht vorzukommen. Gleichwohl: Von 1933 bis zum Beginn des Krieges gab es in den Dörfern und Städten Westfalens wie auch anderswo eine ausgeprägte Festkultur, bei der sich nationalsozialistischer Herrschaftsanspruch, die Zustimmung der Bevölkerung zum Führer und festliche Traditionen miteinander verbanden.
Das Dritte Reich wurde im Fest von vielen bestätigt und überhöht. Der Vortrag beleuchtet die zahlreichen Feste und Feiern, welche die Machtergreifung begleiteten, etwa den Tag von Potsdam, und geht dann auf die neuen Feste ein, z.B. den 1. Mai, das Erntedankfest und, „Führers Geburtstag“. Abschließend geht es um die Nazifizierung der alten Feste. Hier ist an Schützenfeste und an Ortsjubiläen zu denken. Am Schluss des Vortrages werden die Feste der NSDAP vorgestellt: Die „Gefolgschaft“ wurde im Fest eingefordert und vertieft.
Nach der westfälischen Perspektive richtet Jürgen Kindler am Sonntag im Rahmen eines historischen Stadtrundgangs den Blick auf das, was in Rheda passierte. Thema des Stadtrundgangs sind „Orte des Nationalsozialismus in Rheda“. Treffpunkt ist um 14.00 Uhr auf dem Parkplatz des Seniorenheims St. Elisabeth an der Ringstraße/Ecke Auf der Howe. Von dort aus geht es zu Fuß zu verschiedenen Stationen innerhalb der Rhedaer Innenstadt: zum Standort der früheren „Adolf-Hitler-Eiche“, zum Rathaus, zum Doktorplatz als ehemaligem Standort der Rhedaer Kriegerdenkmale und zum „Alten Amtsgericht“, das als „Horst-Wessel-Haus“ den nationalsozialistischen Organisationen und Verbänden diente. Der Rundgang endet gegen 15.30 Uhr am Domhof.






0 Antworten bis jetzt ↓
Bislang gibt es keine Kommentare.
Hinterlasse ein Kommentar