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Freundeskreis Propstei Clarholz lädt zu einem Rundgang auf den Spuren der Reformation in Rheda

Juli 4th, 2017 · Keine Kommentare

Eine Mitteilung des Freundeskreises der Propstei Clarholz zu einem historischen Rundgang in Rheda:
Start ist in Rheda am Sonntag, 9. Juli 2017 ein. Treffpunkt ist um 15 Uhr am Evangelischen Friedhof in der Fürst-Bentheim-Straße. Die weiteren Stationen sind Schloss Rheda und die Evangelische Stadtpfarrkirche. Führen und kommentieren wird Dr. Wolfgang Lewe vom Heimatverein Rheda.

Hier vorab einige Informationen zum Thema der Veranstaltung:

Seit 1524 residierte in Rheda der Erbgraf Konrad von Tecklenburg. Früh kam der Ort durch ihn mit der Reformation in Berührung. Konrad heiratete 1527 Mechthild, eine Cousine des Landgrafen Philipp von Hessen; unter ihrem Einfluss wurde er evangelisch. Er berief den Prediger Johannes Pollius an die Romanus-Kapelle im Schloss. Ab etwa 1533 scheint auch in der mittelalterlichen Rhedaer Pfarrkirche St. Johannes evangelischer Gottesdienst gehalten worden zu sein. Sie lag vor den Toren der Stadt auf dem heutigen Evangelischen Friedhof.

Nach dem Tod seines Vaters, des Grafen Otto VIII., zog Graf Konrad 1534 nach Tecklenburg. Schloss Rheda wurde damals Witwensitz seiner katholischen Mutter Irmgard, einer geborenen Gräfin von Rietberg. Nach Irmgards Tod ist mit der Tecklenburger Kirchenordnung von 1543 die Reformation in Rheda dauerhaft durchgesetzt worden. Graf Konrad war 1538 dem „Schmalkaldischen Bund“ der protestantischen Reichsstände beigetreten.

Er scheiterte aber bei seinen Versuchen, die Reformation auch im Benediktinerinnenkloster Herzebrock und im Prämonstratenserkloster Clarholz durchzusetzen. Die beiden Klöster suchten nämlich den Schutz des Kaisers Karl. V., der 1547 den Schmalkaldischen Bund besiegt hatte. Sie reichten gegen den Grafen eine 106 Punkte umfassende Klageschrift beim Reichskammergericht ein. Der Prozess endete nach Konrads Tod (1557) mit dem „Bielefelder Vergleich“, der die Rechte der Klöster und das katholische Bekenntnis in den Kirchspielen Clarholz, Lette und Herzebrock anerkannte, aber auch die Landesherrschaft von Konrads Tochter Anna bestätigte.

Nach Annas Tod (1580) hat ihr Sohn, Graf Arnold II. von Bentheim-Tecklenburg, 1588 in Rheda das lutherische durch das reformierte Bekenntnis ersetzt. Ab 1595 wurde die mittelalterliche Heilig-Blut-Kapelle in der Stadt Rheda durch Entfernung der religiösen Bilder und Statuen, Einbau einer Empore und andere Veränderungen zur Stadtpfarrkirche umgebaut. Die vorherige Pfarrkirche St. Johannes blieb noch über 200 Jahre als Friedhofskirche erhalten. Zu Beginn der preußischen Herrschaft ist sie 1818 abgerissen worden.

FREUNDESKREIS PROPSTEI CLARHOLZ

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Tags: Allgemeines

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