Heimatverein Wiedenbrück-Reckenberg e.V. Startseite

Einladung zur Buchvorstellung im Stadtmuseum Gütersloh

September 8th, 2017 · Keine Kommentare

Im Stadtmuseum Gütersloh wird am Donnerstag, den 14. September um 19.30 Uhr, die neue Publikation von Johannes Glaw Stadt Güterslohs Bodendenkmalpfleger und Stadtarchäologe, der Öffentlichkeit vorgestellt.

Das lesenswerte Buch liefert eine Bestandsaufnahme für den Kreis Gütersloh – wobei eine Reihe von Grenzsteinen erst in den vergangenen Jahren quasi ‚wiederentdeckt‘ worden ist -, dies eingebunden in die territorialgeschichtliche Entwicklung der vormaligen Herrschaften innerhalb des Kreisgebietes. Der Norden des heutigen Kreisgebietes mit Borgholzhausen, Werther/Westf., Versmold, Halle/Westf. und Steinhagen war Teil der Grafschaft Ravensberg. Die Gegend um Harsewinkel gehörte zum Fürstbistum Münster. Nach Süden hin schloss sich die Herrschaft Rheda mit den Orten Rheda, Herzebrock und Gütersloh an. Gegen Südosten folgte das vormalige Amt Reckenberg, eine Exklave des Fürstbistums Osnabrück, mit Wiedenbrück und Langenberg, an der schmalsten Stelle gerade einmal 500 Meter breit. Das Amt Reckenberg seinerseits grenzte im Süden an die Grafschaft Rietberg mit Rietberg und Verl. Und schließlich gehörte der östlichste Teil des heutigen Kreises mit Stukenbrock zum Fürstbistum Paderborn.

Entsprechend zahlreich waren auch die damit verbundenen Grenzlinien, zu denen noch die Außengrenzen mit benachbarten Territorien, dem Fürstentum Lippe im Osten, im 19. Jahrhundert den Königreichen Preußen und Hannover im Norden hinzukamen. Sie waren im Laufe der Zeit vielfach Gegenstand von Streitigkeiten und Verhandlungen, wurden vertraglich beschrieben, vermessen, schließlich (spätestens seit dem 17. Jahrhundert) mit einer Unmenge von Grenzsteinen vermarkt.

Die historische Bedeutung der zumeist unauffällig im Gelände stehenden Grenzsteine fassbar zu machen, ist unmittelbare Intention der Publikation. Denn es handelt sich um Kleindenkmäler, die im Sinne des Denkmalschutzgesetzes zu schützen sind. Dies gilt landesweit für alle Grenzsteine in NRW, weshalb denn das Buch auch auf andere Regionen des Landes übertragbare Hinweise zum sachgemäßen Umgang mit ihnen und zur Grenzsteinforschung allgemein enthält. Das erklärt auch die ausdrückliche Förderung durch die NRW-Stiftung in Düsseldorf.

Trotz seiner jahrelangen Recherche ist Glaw davon überzeugt, dass sich im Kreis Gütersloh noch weitere Grenzsteine ‚wiederentdecken‘ lassen. Wer Hinweise und Tipps zu weiteren Grenzsteinen hat, kann sich gerne bei Johannes W. Glaw ( stadtarchaeologie-gt ( et) gmx.de) melden. Der Eintritt ist frei, ein Büchertisch ist eingerichtet.

Johannes W. Glaw: Vieler Herren Länder. Historische Grenzsteine im Kreis Gütersloh, Bielefeld 2017 (= Veröffentlichungen aus dem Kreisarchiv Gütersloh Bd. 14), 208 Seiten, zahlreiche Abb., ISBN 978-3-7395-1114-6

Erhältlich über den lokalen Buchhandel und den Verlag für Regionalgeschichte (www.regionalgeschichte.de) zum Preis von 19 Euro.

Tags: Allgemeines

0 Antworten bis jetzt ↓

  • Bislang gibt es keine Kommentare.

Hinterlasse einen Kommentar

Kommentarlinks könnten nofollow frei sein.