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Die Mühlräder drehen sich wieder

September 17th, 2008 · Keine Kommentare

 
Wo sich bis vor ca. 100 Jahren am ehemaligen Mühlentor  die Mühlräder der damaligen „Neuen Mühle”, später auch Strothjohanns Mühle genannt, drehten, werden nun vom Wasser der Umflut wieder 3 große Mühlräder angetrieben.
 
Möglich gemacht wurde dieses durch eine Stiftung, die der bekannte Wiedenbrücker Unternehmer Franz Josef Krane für die Bürger seiner Heimatstadt vorgenommen hat.

Neue Situation mit den neuen Mühlrädern

 

Historische Situation nach einem Foto von 1880

 Bilder: Rudolf Bresser


 
Der Wiedenbrücker Heimathistoriker Josef Temme fand heraus, dass diese Mühle bereits von ca. 750 Jahren erreichtet wurde. Er übergab dem Stifter die Kopie einer Urkunde vom 13. November 1458, in der der Text einer Urkunde vom 24. August 1390 vollständig enthalten ist.
Fundamentsuntersuchungen an der alten Mühlenmauer brachten 1998 einen angespitzten Eichenpfahl zu Tage, dessen dendrochronologische Untersuchung ergab, dass der Baum, der für diesen Pfahl gebraucht wurde, im Winterhalbjahr 1241/42 gefällt wurde. Die Mühle wird daher um 1250 erbaut worden sein.
Sie ist am 24. August 1390 erstmals erwähnt worden. An diesem Tag übergibt der Osnabrücker Bischof Dietrich Ritter von Horne die Mühle für 100 Mark an Heidenreich dem Jungen von Oer.
Der wird verpflichtet, die Mühle neu zu zimmern. Am 18. August 1458 übergibt Bischof Konrad III. die Mühle an die Stadt Wiedenbrück.
 
In Jahre 1969 wurde dieses historische Gebäude aus bis heute unverständlichen Gründen abgerissen.
 
In einem Festakt wurde nunmehr am Freitag, den 08. Juni 2007 an diesem historischen Ort, der heutigen Einmündung der Rektoratsstraße in die Lange Strasse, die drei neuen Mühlräder eingeweiht.
Sie haben einen Durchmesser von 5 Meter, ein Gewicht von 1,5 Tonnen und besitzen jeweils 96 Schaufeln.
Auf einem alten gegossenen Mühlstein ist eine Bronzeplatte zu sehen, die über die 750-jährige Geschichte der Mühle informiert.
Ein gehauener historischer Mühlstein komplettiert das Ensemble.
 
Unter großer Anteilnahme der Wiedenbrücker Bevölkerung unterzeichneten der Stifter, Franz Josef Krane, der Bürgermeister der Stadt, Bernd Jostkleigrewe und der Vorsitzende des Heimatvereins Wiedenbrück-Reckenberg, Manfred Schumacher die Urkunde, mit der die Anlage in den Besitz der Stadt und besonders der Wiedenbrücker Bürger übergeht.
 
Vorher hat der Heimatforscher Josef Temme kurz die Geschichte der Mühle erklärt bevor kurze Ansprachen von Manfred Schumacher und Franz Josef Krane auf die historische Wichtigkeit für die Stadt Wiedenbrück hinwiesen.
Bürgermeister Jostkleigrewe bedankte sich im Namen der Stadt für die noble Stiftung von Krane und wies darauf hin, wie wichtig für Gemeinden solche Stiftungen sind.

Text: Rudolf Bresser

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